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Lebensraum Alleen

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Ökologie der Alleen

Alleen sind anthropogen geschaffene Elemente der Kulturlandschaft, allerdings haben sie heutzutage insbesondere eine große Vielfalt an ökologischen Funktionen für den Naturhaushalt. Sie ziehen sich wie ein grünes Band durch die heutige Agrarlandschaft, schaffen einen Biotopverbund und sind so von enormer Bedeutung für die heimische Fauna. Diese Entwicklung für die Arten- und Biotopvielfalt hat sich über die letzten Jahrhunderte zu dem eigentlichen Nutzen der Alleen für die Land- und Forstwirtschaft ergeben und war keinesfalls Anlass der Alleengründungen.

Auf Grund ihrer Beschaffenheit ähneln sich Alleen in vielerlei Funktionen, allerdings darf nicht außer Acht  gelassen werden, dass keine Allee der anderen gleicht. Es gibt Alleen der verschiedensten Baumarten, die unterschiedliche ökologische Funktionen für entsprechend angepasste Arten haben, die dort ihre ökologische Nische gefunden haben. Doch kann man zusammenfassend auch einige Gemeinsamkeiten aller Alleen feststellen. Sie sind sowohl Sauerstofflieferant, als auch Luft- und Grundwasserfilter. Indem sie direkt an der Straße stehen, filtern sie automatisch den Feinstaub, der durch den Verkehr verursacht wird. Somit kann dieser erst gar nicht, oder nur zu einem geringen Teil, in die umgebende Landschaft eingetragen werden. Zudem haben sie einen positiven Einfluss auf das Klima vor Ort. Sie schaffen bei geschlossenem Kronendach einen beschatteten Raum, der zusammen mit der gleichzeitigen Verdunstung der Blätter kühler und feuchter ist, als die Luft auf den angrenzenden Landflächen. Alleen bieten mit ihrem besonderen Mikroklima vielen Tieren einen Lebensraum, Rast und Nistplatz, sind Ansitzwarte und bieten eine Nahrungsgrundlage für unzählige Arten. Insbesondere für Insekten, Vögel und Fledermäuse sind Alleen von größter Bedeutung, da sich unter ihnen oftmals Höhlenbäume befinden und sie auf Grund ihres Alters besonders wertvolle Strukturen aufweisen, die vor allem im urbanen Raum rar geworden sind.

Für die Biodiversität von Insekten sind Alleen besonders hervorzuheben, da sie sowohl bei den Balzflügen als „Landmarken“. Vom Totholz bis zu den Blüten sind sie Lebensraum und auch Nahrungsquelle, sowohl für Larven, als auch für ausgewachsene Käfer und Schmetterlinge.

Von großem Wert sind einheimische Baumarten wie die Pappeln (Populus), Linden (Tilia), Weiden (Salix), Traubeneichen (Quercus petraea), Stieleichen (Quercus robur) und Birken (Betula). Diese dienen auch mindestens 90 Brutvogelarten als Lebensraum, Brutplatz oder Singwarte. Davon profitiert unter anderem der selten gewordene Ortolan (Emberiza hortulana).

Auch die Hälfte, der in Deutschland vorkommenden Fledermausarten nutzt die Baumgruppen zur Jagd und als Winter/Sommerquartier.

Besonders hervorzuheben ist heutzutage auch der Biotopverbund und die Strukturvielfalt in Gebieten, die stark von der Landwirtschaft geprägt sind und nur noch wenig Lebensraum und Schutz bieten. Oftmals haben Alleen den Platz von Heckenlandschaften eingenommen und ersetzen damit Ihre Funktion, als Erosionsschutz und Rückzugsmöglichkeit in der Kulturlandschaft. Die, in der Vergangenheit noch recht häufigen, heutzutage jedoch verschwindenden Obstbaumbestände fungierten ebenfalls als wesentliche Ersatzbiotope und waren auch für die Menschen von Nutzen, allerdings sind diese in der geschichtlichen Entwicklung zunehmend, hauptsächlich aus Gründen der Verkehrssicherheit, zurückgedrängt worden. Das Wissen über traditionellen Bewirtschaftungsweisen und den Nutzen von Alleen gehen vielerorts verloren, da die Landwirte die Alleen meist nicht mehr so nutzen und pflegen, wie es ursprünglich geschehen ist. Der ökologische Wert von Alleen und die Naturnähe daraus ergeben sich somit daraus, dass die Bewirtschaftung aufgegeben wurde und es sich somit oftmals um einen überalterten Bestand in der Verbrachung handelt. Mit den Alleen verschwinden auch seltene Pflanzenarten, die von der langen Standorttradition profitiert haben und über lange Zeit ungestört an Alleen vorkommen konnten wie z.B. der Braune Storchschnabel (Geranium phaeum).

Nichtsdestotrotz ist festzuhalten, dass Alleen einen starken positiven ökologischen Effekt und Nutzen haben und sich auch günstig auf das Umfeld auswirken. Aus diesen vielfältigen Gründen lässt sich schließen, dass der Schutz und Erhalt von Alleen einen wesentlichen ökologischen Nutzen hat.

 
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