Adresse
Borsighalle in EberswaldeAm alten Walzwerk 1
16227 Eberswalde
Borsighalle in Eberswalde
Die Geschichte der Borsigfamilie verbindet Industriegeschichte, Architektur und Gartenkultur auf besondere Weise. In Eberswalde erinnert die historische Borsighalle am Finowkanal an den bedeutenden Industriellen und Lokomotivbauer Johann Friedrich August Borsig. In Przelewice (Pommern) begegnet man dagegen der späteren Generation seiner Familie, die dort ein außergewöhnliches Garten- und Kulturerbe hinterließ.
August Borsig – ein Pionier des deutschen Maschinenbaus
Johann Friedrich August Borsig wurde am 23. Juni 1804 in Breslau geboren und starb am 6. Juli 1854 in Berlin. Nach seiner Ausbildung in der Neuen Berliner Eisengießerei von Franz Anton Egells gründete er 1837 in Berlin-Moabit die Borsigwerke.
Mit seinen innovativen Ideen wurde Borsig zu einem der wichtigsten Industriellen Preußens. Besonders bekannt wurde er als Lokomotivbauer. Seine Fabrik entwickelte sich zu einem führenden Unternehmen des Maschinenbaus und erlangte zeitweise eine Monopolstellung im Lokomotivbau.
Eine seiner technischen Innovationen war die Entwicklung großer, stützenfreier Hallenkonstruktionen, die flexibel erweitert und an unterschiedliche industrielle Anforderungen angepasst werden konnten.
Die Borsighalle in Eberswalde – ein Denkmal der Industriekultur
Eine dieser außergewöhnlichen Konstruktionen ist die heutige Borsighalle in Eberswalde. Sie wurde ursprünglich zwischen 1847 und 1849 auf dem Gelände der Borsigwerke in Berlin-Moabit errichtet. Die Halle galt als Prototyp einer modernen Industriehalle: ein großer, frei nutzbarer Innenraum ohne störende Stützen.
Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Konstruktion mehrfach versetzt. Nach der Demontage im Jahr 1899 gelangte sie zunächst nach Berlin-Tegel und wurde um 1900 nach Eberswalde umgesetzt. Hier entstand ihr neuer Standort an der Eisenspalterei am Finowkanal – direkt gegenüber dem heutigen Familiengarten Eberswalde.
Ursprünglich diente die Halle der Verarbeitung von Eisenschrott. Nach 1945 wurde sie als Lagerhalle genutzt, unter anderem zur Lagerung von Eisenblöcken („Knüppel“), wodurch sich zeitweise die Bezeichnung „Knüppelhalle“ etablierte.
Heute gilt die Borsighalle als eines der bedeutendsten Industriedenkmale der Region. Die Konstruktion aus acht eisernen Gitterbögen mit einer Spannweite von rund 21 Metern zeigt eindrucksvoll die technische Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Sie wurde zum Vorbild zahlreicher Bahnhofs-, Fabrik- und Ausstellungshallen in Europa.
Die Familie Borsig in Przelewice – Industrie trifft Gartenkunst
Die Geschichte der Familie Borsig endete jedoch nicht mit dem Tod des Firmengründers. Sein Sohn und später seine Nachkommen führten die Tradition der Familie weiter. Besonders interessant ist die Verbindung zu Przelewice im heutigen Polen.
Der Enkel von August Borsig, Friedrich von Borsig (1873–1920), erwarb Anfang des 20. Jahrhunderts das Gut Przelewice und ließ dort einen bedeutenden Landschaftspark mit einer außergewöhnlichen Pflanzensammlung entstehen. Unter seiner Leitung entwickelte sich Przelewice zu einem Ort, an dem Wissenschaft, Gartenkunst und Natur miteinander verbunden wurden.
Der historische Park Przelewice, heute als Ogrody Przelewice bekannt, zählt zu den wertvollsten Gartenanlagen Westpommerns. Die Leidenschaft der Familie Borsig für Technik, Innovation und Gestaltung zeigt sich hier auf eine andere Weise: Nicht mehr Stahl und Maschinen standen im Mittelpunkt, sondern Pflanzenvielfalt, Landschaftsgestaltung und die Verbindung von Mensch und Natur.
Eine gemeinsame Geschichte über Grenzen hinweg
Die Borsighalle in Eberswalde und die Gärten von Przelewice erzählen zwei Kapitel derselben Familiengeschichte.
In Eberswalde steht die Borsighalle für den Beginn der modernen Industriearchitektur und den technischen Fortschritt des 19. Jahrhunderts. In Przelewice lebt das Erbe der Familie in Form eines einzigartigen Gartendenkmals weiter.
Beide Orte zeigen, wie vielfältig das Wirken der Familie Borsig war – von der industriellen Revolution bis zur Gestaltung kultureller Landschaften. Heute verbindet diese Geschichte Eberswalde und Przelewice über gemeinsame europäische Kultur- und Tourismusprojekte und lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Spuren der Familie Borsig auf beiden Seiten der Grenze zu entdecken.
August Borsig – ein Pionier des deutschen Maschinenbaus
Johann Friedrich August Borsig wurde am 23. Juni 1804 in Breslau geboren und starb am 6. Juli 1854 in Berlin. Nach seiner Ausbildung in der Neuen Berliner Eisengießerei von Franz Anton Egells gründete er 1837 in Berlin-Moabit die Borsigwerke.
Mit seinen innovativen Ideen wurde Borsig zu einem der wichtigsten Industriellen Preußens. Besonders bekannt wurde er als Lokomotivbauer. Seine Fabrik entwickelte sich zu einem führenden Unternehmen des Maschinenbaus und erlangte zeitweise eine Monopolstellung im Lokomotivbau.
Eine seiner technischen Innovationen war die Entwicklung großer, stützenfreier Hallenkonstruktionen, die flexibel erweitert und an unterschiedliche industrielle Anforderungen angepasst werden konnten.
Die Borsighalle in Eberswalde – ein Denkmal der Industriekultur
Eine dieser außergewöhnlichen Konstruktionen ist die heutige Borsighalle in Eberswalde. Sie wurde ursprünglich zwischen 1847 und 1849 auf dem Gelände der Borsigwerke in Berlin-Moabit errichtet. Die Halle galt als Prototyp einer modernen Industriehalle: ein großer, frei nutzbarer Innenraum ohne störende Stützen.
Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Konstruktion mehrfach versetzt. Nach der Demontage im Jahr 1899 gelangte sie zunächst nach Berlin-Tegel und wurde um 1900 nach Eberswalde umgesetzt. Hier entstand ihr neuer Standort an der Eisenspalterei am Finowkanal – direkt gegenüber dem heutigen Familiengarten Eberswalde.
Ursprünglich diente die Halle der Verarbeitung von Eisenschrott. Nach 1945 wurde sie als Lagerhalle genutzt, unter anderem zur Lagerung von Eisenblöcken („Knüppel“), wodurch sich zeitweise die Bezeichnung „Knüppelhalle“ etablierte.
Heute gilt die Borsighalle als eines der bedeutendsten Industriedenkmale der Region. Die Konstruktion aus acht eisernen Gitterbögen mit einer Spannweite von rund 21 Metern zeigt eindrucksvoll die technische Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Sie wurde zum Vorbild zahlreicher Bahnhofs-, Fabrik- und Ausstellungshallen in Europa.
Die Familie Borsig in Przelewice – Industrie trifft Gartenkunst
Die Geschichte der Familie Borsig endete jedoch nicht mit dem Tod des Firmengründers. Sein Sohn und später seine Nachkommen führten die Tradition der Familie weiter. Besonders interessant ist die Verbindung zu Przelewice im heutigen Polen.
Der Enkel von August Borsig, Friedrich von Borsig (1873–1920), erwarb Anfang des 20. Jahrhunderts das Gut Przelewice und ließ dort einen bedeutenden Landschaftspark mit einer außergewöhnlichen Pflanzensammlung entstehen. Unter seiner Leitung entwickelte sich Przelewice zu einem Ort, an dem Wissenschaft, Gartenkunst und Natur miteinander verbunden wurden.
Der historische Park Przelewice, heute als Ogrody Przelewice bekannt, zählt zu den wertvollsten Gartenanlagen Westpommerns. Die Leidenschaft der Familie Borsig für Technik, Innovation und Gestaltung zeigt sich hier auf eine andere Weise: Nicht mehr Stahl und Maschinen standen im Mittelpunkt, sondern Pflanzenvielfalt, Landschaftsgestaltung und die Verbindung von Mensch und Natur.
Eine gemeinsame Geschichte über Grenzen hinweg
Die Borsighalle in Eberswalde und die Gärten von Przelewice erzählen zwei Kapitel derselben Familiengeschichte.
In Eberswalde steht die Borsighalle für den Beginn der modernen Industriearchitektur und den technischen Fortschritt des 19. Jahrhunderts. In Przelewice lebt das Erbe der Familie in Form eines einzigartigen Gartendenkmals weiter.
Beide Orte zeigen, wie vielfältig das Wirken der Familie Borsig war – von der industriellen Revolution bis zur Gestaltung kultureller Landschaften. Heute verbindet diese Geschichte Eberswalde und Przelewice über gemeinsame europäische Kultur- und Tourismusprojekte und lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Spuren der Familie Borsig auf beiden Seiten der Grenze zu entdecken.
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